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Digitale Souveränität und KI im Mittelstand

Digitale Souveränität

SAP investiert über eine Milliarde Euro in KI für Geschäftsdaten

SAP setzt seine KI-Offensive fort und kündigt gleich zwei strategische Übernahmen an. Mit dem Kauf des Freiburger Start-ups Prior Labs will der Softwarekonzern Künstliche Intelligenz stärker in Geschäftsprozesse integrieren. Über die kommenden vier Jahre plant SAP, mehr als eine Milliarde Euro in das KI-Labor zu investieren, das insbesondere sogenannte tabellarische Foundation Models (TFM) entwickelt.

Diese Modelle sind darauf ausgelegt, strukturierte Daten wie Zahlen, Tabellen und Statistiken zu verstehen. Anders als Sprach-KIs arbeiten sie mit relationalen Daten und können dadurch Muster wie Lieferverzögerungen oder Zahlungsausfälle erkennen. Für Unternehmen bedeutet das: KI kann künftig auf realen Geschäftsdaten aufsetzen, anstatt nur Textinformationen zu verarbeiten.

Parallel plant SAP die Übernahme der US-Datenplattform Dremio. Die Lösung soll helfen, Daten aus SAP- und Nicht-SAP-Systemen einfacher zusammenzuführen. Dadurch können künftig auch KI-Agenten direkt auf Unternehmensdaten zugreifen. Ziel ist eine einheitliche Datenarchitektur, die sowohl Analyse als auch Automatisierung unterstützt.

Nach den Plänen von SAP soll Dremio zu einem zentralen Baustein der SAP Business Data Cloud werden. Diese Cloud wird zu einem sogenannten Lakehouse ausgebaut, das große Datenmengen im offenen Format Apache Iceberg speichern kann. Damit positioniert sich SAP auch als Anbieter einer europäischen Alternative zu US-Clouds.

Offizielle Kaufpreise wurden nicht genannt. Mit den Akquisitionen verfolgt SAP die Strategie, seine Geschäftsanwendungen um KI-Funktionen zu erweitern, ohne sensible Daten aus Europa in ausländische Clouds verlagern zu müssen.

Was wir denken: Wenn KI Unternehmensdaten wirklich versteht, wird sie von einem Werkzeug zum aktiven Teil der Wertschöpfungskette.

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STACKIT und neuland.ai starten deutsche KI-Cloud für Unternehmen

Der Cloudanbieter STACKIT der Schwarz Gruppe und das Kölner KI-Unternehmen neuland.ai haben eine Partnerschaft geschlossen, um eine souveräne KI-Plattform „Made in Germany“ zu schaffen. Ziel ist eine komplette KI-Infrastruktur, die vollständig in deutschen Rechenzentren betrieben werden kann und europäischen Datenschutzstandards entspricht.

Über den sogenannten neuland.ai HUB können Firmen verschiedene KI-Modelle wie Llama, Mistral oder Qwen über eine einheitliche Schnittstelle nutzen – wahlweise auf eigener Hardware („on prem“) oder in der STACKIT-Cloud. Die Datenübertragung ist Ende-zu-Ende verschlüsselt, und die Plattform erlaubt keine Nutzung der Kundendaten für Trainingszwecke.

Das neue Angebot richtet sich an Industrie, Mittelstand und öffentliche Hand, die aus rechtlichen oder sicherheitsrelevanten Gründen keine US-Plattformen nutzen möchten. Besonders der US Cloud Act, der amerikanischen Behörden Zugriff auf in USA kontrollierte Daten gestattet, gilt vielen Unternehmen als Risiko.

Durch die vollständige Datenhoheit soll die Plattform auch den Vorgaben des EU AI Acts, der Finanzmarktrichtlinie DORA und der NIS2-Richtlinie entsprechen. Der KI-Dienst ist über den STACKIT Marketplace verfügbar und kann damit in bestehende Cloud-Umgebungen integriert werden.

Mit diesem Schritt will STACKIT zur zentralen Alternative für vertrauenswürdige KI in Deutschland werden und europäischen Firmen eine rechtssichere Basis bieten, um eigene KI-Modelle produktiv zu nutzen.

Unsere Einschätzung: Echte digitale Souveränität beginnt dort, wo sensible Daten das Land nicht mehr verlassen müssen.

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Industriechefs fordern pragmatischere EU-Regeln für KI und Digitalisierung

Sieben führende europäische Unternehmen – darunter SAP, Siemens, Airbus und Ericsson – haben gemeinsam vor einer drohenden Verschärfung der Regulierung im Zuge des EU-KI-Gesetzes gewarnt. In einem offenen Brief an die EU-Institutionen mahnen sie, dass übermäßig komplexe Vorgaben Europas Innovationskraft schwächen könnten.

Die Wirtschaftslenker fordern weniger Bürokratie und mehr Flexibilität bei der Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Statt immer neuer Detailauflagen brauche es klare, aber bewegliche Leitplanken, die sich an der technologischen Entwicklung orientieren. Besonders in der Industrie stoße der aktuelle Kurs auf Kritik, weil zu viele Vorschriften die Umsetzung praktischer KI-Anwendungen verhinderten.

Die Unterzeichner verweisen darauf, dass die nächste Innovationswelle dort entsteht, wo digitale Technologien mit der realen Industrie verschmelzen – etwa in Produktion, Energie oder Verkehr. Um hier Schritt zu halten, brauche Europa harmonisierte Regelwerke und schnellere Prozesse für den Datenaustausch zwischen Unternehmen.

Gleichzeitig erinnerten Verbände wie der TÜV daran, dass einheitliche Grundlagen für Risikoklassifizierung und Sicherheit entscheidend bleiben. Ein Auseinanderfallen der nationalen Regeln würde einen Flickenteppich entstehen lassen und den europäischen Binnenmarkt gefährden.

Die Debatte fällt in eine entscheidende Phase für den sogenannten KI-Omnibus, mit dem die EU zuletzt Änderungen am KI-Gesetz verhandelt hat. Ob es gelingt, Wirtschaftsförderung und Verbraucherschutz in Einklang zu bringen, dürfte den Charakter des europäischen KI-Standorts auf Jahre hin prägen.

Aus unserer Sicht: Wer Innovation will, braucht Regeln, die Fortschritt ermöglichen – nicht solche, die ihn verhindern.

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