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Digitale Souveränität: KI-Strategie für Deutschland

Digitale Souveränität

Industrie fordert: Weniger Bürokratie, mehr Mut zur KI

Sieben führende Industrieunternehmen haben einen gemeinsamen Appell an die EU gerichtet: Europa müsse seine Digitalpolitik dringend vereinfachen, um im globalen Wettbewerb mit den USA und China nicht den Anschluss zu verlieren. In einem offenen Brief warnen unter anderem die Spitzen von SAP, Siemens, Ericsson und Airbus vor den Folgen überbordender Regulierung. Statt immer neuer Vorschriften brauche es flexible Rahmenbedingungen, die Innovation erleichtern und planbare Risiken zulassen.

Die Unternehmenschefs argumentieren, dass der europäische Ansatz zu stark auf Kontrolle und zu wenig auf Ermöglichung setze. Während in den USA Start-ups in wenigen Monaten skalieren, steckten europäische Entwickler oft in Jahren des Zulassungsprozesses fest. Besonders kritisch sehen sie den wachsenden Flickenteppich an nationalen Sonderregeln und Zuständigkeiten, die Investitionen erschweren.

Um das zu ändern, plädieren sie für einfachere Genehmigungsverfahren und einen klaren Fokus auf industrielle KI-Anwendungen. Datenräume und digitale Zwillinge sollen einfacher zwischen Branchen nutzbar sein. Zudem müsse das Wettbewerbsrecht angepasst werden, damit europäische Firmen durch Kooperationen Größe und Schlagkraft entwickeln können. Ziel sei nicht die Abschaffung von Regulierung, sondern eine Modernisierung im Sinne schnellerer Innovation. Die Unternehmen sehen den EU AI Act als wichtigen Schritt, fordern aber, ihn einfacher und praxisnäher auszugestalten.

Einigkeit besteht darin, dass Europa seine Rolle als Industriestandort sichern muss. KI sei hierfür der entscheidende Faktor – gerade bei Energie, Mobilität und Produktion.

Unsere Einschätzung: Wenn Brüssel jedes KI-Projekt erst prüfen will, bevor es startet, dann werden Innovationen woanders entwickelt.

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Bundesdigitalminister: KI soll Deutschlands Industrie stärken

Digitalminister Karsten Wildberger hat auf dem OMR-Festival in Hamburg die Rolle künstlicher Intelligenz für den Wirtschaftsstandort Deutschland betont. Er erklärte, KI sei die entscheidende Chance, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie langfristig zu sichern. Dafür brauche das Land mehr Rechenkapazität, offene Standards und verlässliche Partnerschaften zwischen Mittelstand, Forschung und internationalen Technologieunternehmen.

Wildberger kündigte an, die Rechenleistung für KI-Anwendungen in Deutschland bis 2030 zu vervierfachen. Zugleich soll eine neue Cloud-Struktur – der sogenannte Deutschland-Stack – Bund, Länder und Kommunen mit gemeinsamen digitalen Basisdiensten verbinden. Diese Plattform soll Verwaltung und Wirtschaft unabhängiger von US-Anbietern machen.

Besonderes Augenmerk richtet der Minister auf kleine und mittlere Unternehmen. Sie sollen stärker vom staatlich geförderten Aufbau von KI-Infrastruktur profitieren und eigene Anwendungen entwickeln können. Wildberger betonte, Datenschutz müsse vereinheitlicht und praxisgerecht ausgelegt werden, um Innovation nicht zu behindern.

Auch Start-ups und Universitäten sieht er als entscheidende Partner. Kooperationen wie die zwischen Aleph Alpha und Cohere könnten zeigen, dass europäische Beteiligungen im globalen KI-Wettbewerb erfolgreich bestehen können. Ziel sei, dass Deutschland nicht nur Anwender, sondern Anbieter zentraler KI-Technologien werde.

Wildberger schloss mit einem Aufruf an die Unternehmen, die Chancen jetzt aktiv zu nutzen – und Digitalisierung als gemeinsame Aufgabe von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu begreifen.

Was wir glauben: Wenn Rechenzentren und Verwaltung denselben digitalen Standard nutzen, kann KI in Deutschland endlich skalieren.

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Souveräne KI: Deutsches Cloud-Angebot als Alternative zu US-Plattformen

Der Cloud-Anbieter Stackit und das Kölner Start-up Neuland.ai haben eine vollständig in Deutschland betriebene KI-Plattform vorgestellt. Sie kombiniert die Cloud-Infrastruktur von Stackit mit der Orchestrierungssoftware Neuland.ai Hub und soll Unternehmen ermöglichen, große Sprach- und Analysemodelle zu nutzen, ohne Daten an US-Anbieter zu übermitteln. Das Angebot richtet sich vor allem an Branchen mit hohen Compliance-Anforderungen – etwa Industrie, Energie oder öffentliche Verwaltung.

Über den Hub können verschiedene Modelle, darunter Llama, Mistral oder Qwen, einheitlich angesteuert werden. Die Daten bleiben dabei verschlüsselt und werden ausschließlich in deutschen Rechenzentren verarbeitet. Damit erfüllt die Lösung die Anforderungen aus EU-Regularien wie NIS2, DORA und dem AI Act. Optional kann die Plattform auch on-premise betrieben werden, also direkt auf der eigenen Hardware eines Kunden.

Die gemeinsame Initiative unterstreicht, dass es im europäischen Markt eine wachsende Nachfrage nach souveränen Lösungen gibt. Viele Unternehmen möchten ihre KI-Aktivitäten stärker kontrollieren und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit moderner Modelle nutzen. Die Partner betonen, dass durch die Integration in den Stackit Marketplace der Einstieg einfach gehalten sei und keine langfristigen Cloud-Verträge erforderlich sind.

Mit diesem Ansatz positionieren sich Stackit und Neuland.ai als Alternative zu US-Diensten wie Azure OpenAI oder Google Vertex AI – mit Fokus auf Datensouveränität und regulatorische Sicherheit.

Was wir denken: Wer sensible Daten mit KI auswerten will, braucht mehr als Rechenleistung – er braucht Vertrauen und Standortkontrolle.

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